Veganer Hersteller steigt beim VEBU aus

05.10.2015

„Seitdem der VEBU auch große konventionelle Fleischkonzerne unterstützt, werden wir als Produzenten von veganen Bioland-Lebensmitteln aus den Lebensmittelgeschäften wieder ausgelistet“, schreiben die Lord-of-Tofu-Betreiber Dörte & Freddy Ulrich auf ihrer Startseite.

Lord of Tofu: Logo

Und weiter: „Dank Auslistungen (da die Fleischregale nicht kleiner werden) stehen wir nun davor Leute entlassen zu müssen und das zum ersten Mal seit 20 Jahren!"

Quelle

 
 

Veganomics Kommentar

Dieser Schritt des etablierten Markenherstellers „Lord of Tofu“ ist nur konsequent und daher wertvoll und wichtig.

Seitdem die Massentierhalter und deren Vermarkter den Veggie-Boom für sich entdeckt haben und mit Milch- und Ei-Produkten (bis zu 70 Prozent Ei-Anteile in Aufschnitten!) diesen Markt durch entsprechende Preis- und Markenpolitik erobern, ohne Not dabei unterstützt durch das seither von vielen kritisierte VEBU-Label, werden immer mehr Hersteller veganer Produkte bei den Handelsketten ausgelistet.

Ausgelistet: Veganer Aufschnitt aus Tofutown (Hillesheim)

Ähnlich erging es bereits dem deutschlandweit unter vielen Marken präsenten Hersteller aus Hillesheim in der Eifel (Tofutown), dessen leckerer veganer Aufschnitt bei ALDI Süd seit vielen Jahren im Programm war und der nun plötzlich im Sommer 2015 zugunsten von Tierqual-Produkten mit Ei ausgelistet wurde.

Allerdings hatte Tofutown sein Produkt - ob aus Marketinggründen oder ideologischen Gründen, das sei dahingestellt - nur mit dem VEBU-Siegel „vegetarisch“ versehen statt klarerweise mit dem Siegel „vegan“, obgleich es sich doch um ein rein veganes Produkt handelte, das 2011/12 dem Verfasser dieser Zeilen zusammen mit anderen ALDI-Süd-Produkten von Tofutown den Umstieg auf die vegane Lebensweise erleichterte.

So war es nun kein Problem für den Discounter, im Handumdrehen vom einen (veganen) auf das andere (tierleidbehaftete) Produkt umzusteigen: Es steht ja bei beiden „vegetarisch“ drauf und man verkauft halt nur jenes, das im Einkauf am günstigsten ist...

Mehr Klarheit also bitte!

Das Bekenntnis der Hersteller zur tatsächlichen Beschaffenheit ihrer Produkte wird unverzichtbar, seitdem mit dem VEBU-Siegel auch massiv Tierleid verursachende Produkte geadelt werden - und das nach dem moralischen Verständnis des Verfassers übrigens völlig zu Unrecht.

Kein Siegel für Tierleid

Die Praxis der Verleihung des VEBU-Siegels für Produkte und Hersteller mit erkennbar tierleidbehafteten Konsumangeboten ist unverständlich, ja nicht akzeptabel.

Dies ist aus ethischen Gründen nicht anders zu resümieren - und spätestens seit den Einbußen der renommierten Hersteller Lord of Tofu und Tofutown erweist sich diese VEBU-Praxis einer Siegelverleihung an die Tierleidindustrie, die dem Verband eine Menge Judas-SIlberlinge in die Kassen spült, auch aus veganwirtschaftlichen Gründen als schädlich.

Das käufliche VEBU-Siegel ist vor diesem Hintergrund inzwischen nicht mehr nur fragwürdig, sondern kontraproduktiv und im Grunde wertlos geworden.

M.G.

 
 
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