Käse häufig nicht vegetarisch

25.09.2016

Vegetarierer essen Käse meist bedenkenlos. Doch offenbar kann Käse nicht grundsätzlich als vegetarische Nahrung angesehen werden, sondern vielmehr als ethisch, ökologisch und gesundheitlich bedenklich.

In einem Beitrag für den Vegetarierbund VEBU erläutert die Ernährungswissenschaftlerin Anna-Lena Klapp in knappen, aber aufrüttelnden Zeilen die Hintergründe sowie die gesundheitlichen Risiken des Käsekonsums.

Anschließend zeigt sie zehn Alternativen auf, die inzwischen für jedermann problemlos erreichbar sind.

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Kälber töten für die Käseherstellung

Drei Sätze dieses Beitrags benennen den Grund für die Aussage, Käse sei nicht immer als vegetarisch anzusehen:

„Lab ist ein Gemisch aus den Enzymen Chymosin und Pepsin und wird aus dem Labmagen junger Wiederkäuer gewonnen. Es wird aus der Magenschleimhaut des vierten Magens junger Kälber entnommen und bei der Käseproduktion eingesetzt, damit die Milch eindickt, ohne sauer zu werden. Durch diesen Prozess ist das tierische Lab nicht vegetarisch, denn die Kälber müssen dafür getötet werden.“

Weder ethisch vertretbar noch gesund

Weitere Argumente machen deutlich, welche ethischen und ökologischen Bedenken gegen Käse bestehen:

  • Bis zu 13 Liter Milch werden für die Herstellung von einem Kilogramm Käse benötigt. Gerade die Käseherstellung erfordert also eine hohe Milchproduktion, sodass in Deutschland inzwischen jährlich 1,2 Millionen Kühe geschlachtet werden.
  • Die für die Milchherstellung notwendige Trennung der Kälber von ihren Müttern traumatisiert beide Tiere.
  • Käse hat eine schlechte Klimabilanz – schlechter noch als viele Fleischprodukte.
  • Viele Käsesorten beeinflussen den Säure-Basen-Haushalt des Konsumenten negativ und wurden als mit dem Typ-2-Diabetes-Risiko und dem Osteoporose-Risiko zusammenhängend erkannt.
  • Der Sterblichkeitsrisikofaktor ist bei Konsumenten von Fleisch und Käse ähnlich hoch wie bei Rauchern.

Alternativen

Die Autorin stellt in dem Beitrag zehn Produkte vor, die ohne solches Tierleid und ohne vergleichbare Risiken für Gesundheit und Umwelt in ähnlicher Weise für die tägliche Ernährung verfügbar sind.

Diese Alternativen zu Frischkäse, Schnittkäse, Mozzarella oder Parmesan sind längst in vielen Supermärkten und bei spezialisierten Händlern von rein pflanzlichen Nahrungsmitteln erhältlich.

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